Autor: Steffen Bischoff; Erstellt: 12. Mai 2012 07:53 ; zuletzt bearbeitet: 13. Mai 2012 00:44
Lok II auch im Pokalfinale „nur" Zweiter
5.Mai, 16.00 Uhr: im erzgebirgischen Sayda brechen alle Dämme der angestauten Emotionen.
Auf der einen Seite ausgelassen jubelnde Oelsnitzerinnen, denen grad in 4 (OK, sagen wir in 3 1/2) spektakulären und engen Sätzen die Revanche der letztjährigen Sachsenpokalniederlage geglückt ist.
Auf der anderen Seite geschlagene, teilweise untröstliche Engelsdorfer/-innen die auch das eine oder andere Tränchen nicht zurückhalten konnten.
Doch um zu beschreiben, was auf Seite des Verlierers wirklich vorging, muss ich (der Wechsel in die Ego-Perspektive sei an dieser Stelle bewusst gewählt; Anm. des Authors) weiter ausholen, als nur auf das zurückliegende Spiel. Ohne theatralisch zu werden mussten wir endgültig feststellen, daß dieses Spiel das Ende einer Ära (etwas krass
, aber mir fällt kein passendes Synonym ein, Sorry) für jeden Einzelnen von uns Engelsdorfern darstellt. Wo das Wochenende Tags zuvor noch mit Klassenausflugscharakter in Leipzig begann und sich dies über Abend und Nacht in der Jugendherberge Sayda sowie die frühmorgendliche ‚Sparringseinheit‘ fortsetzte, verdeutlichte sich mit Schwinden der Kräfte und Schwinden der Hoffnung im 4.Satz das Bild des Abschiedes. Die Mannschaft wird so wie sie in den letzten 4 Jahren aufgestellt war nie wieder zusammenspielen.
Mir selbst, der auf der Bank saß, gingen in diesem Moment einige Bilder (positive wie negative) durch den Kopf, die ich nur kurz anschneiden möchte; Ergänzungen könnt ihr gerne noch in den Kommentaren vornehmen. Als erstes fielen mir die beiden Pokalspiele gegen den VV Grimma ein, in denen wir je einen „Hammersatz" spielten und jeweils kurz an einem Satzgewinn schnupperten. Dann wieder graußige Spiele gegen Textima in denen bei uns gar nix ging oder Spiele gegen Reudnitz wo jeder Ballwechsel gefühlte Minuten dauerte. Ich erinnerte mich an verlorene Wetten, die mich den Rabenberg hinaufjoggen ließen oder daran, daß es unsere 2. Zuspieler (unverschuldet) nie leicht hatten.
In den letzten 4 Jahren haben solche Momente die Mannschaft geprägt und vorangebracht. Wir haben uns alle sportlich und (da bin ich persönlich sehr stolz drauf) auch menschlich weiterentwickelt. Dies zeigt sich (und da schließt sich der Kreis) u.a. in Niederlagen wie der letzten. Es wäre leicht die Schuld für die Niederlage in Details zu suchen, Fakt ist, daß wohl jeder von uns anerkennt, daß Oelsnitz an diesem Tag ein klein wenig besser war und das obwohl wir statistisch das beste Annahmespiel der Saison hatten. Wie sie es nach dem Spiel richtig ausgedrückt haben: sie wollten den Sieg (der erste gegen Engelsdorf überhaupt) wohl ein kleines Bisschen mehr. Deshalb an dieser Stelle Glückwunsch nach Oelsnitz, irgendwo tief drin freuen wir uns auch mit Euch
.
Für uns heißt es an dieser Stelle: wir sehen uns irgendwann, irgendwo (naja, sicher in Engelsdorf) wieder. Keiner ist ja aus der Welt. Auf jeden Einzelnen von uns warten neue Aufgaben und sportliche Herausforderungen, in welcher Form auch immer. „Stillstand ist Rückschritt" (Rudolf von Bennigsen-Foerder); und an diesem Punkt sind wir in diesem Moment angekommen. Ich persönlich bin auch froh, das Kapitel Lok II an dieser Stelle für mich schließen zu können (auch wenn ich es mit Tränen in den Augen tue) und freue mich auf das was vor mir liegt. Was das ist wird hier noch nicht verraten, daß erfahrt ihr nur in meiner Tratsch-Ecke auf der Homepage
(Insiderwitz: folge dem weißen Kaninchen
).
Ich danke Euch allen!
Euer kleiner dicklicher Junge mit Brille
