Autor: Krisse C.; Erstellt: 5. Februar 2012 20:04 ; zuletzt bearbeitet: 6. Februar 2012 09:38
Am Samstag waren die Damen des Geraer VC zu Gast, die aktuell auf dem letzten Tabellenplatz der Regionalliga Ost rangieren. Damit waren diesmal die SSCLerinnen die Favoriten - eine Rolle mit der sie sich oft nicht allzu gut arrangieren können. Die Parole hieß, den Gegner trotz der tabellarischen Situation nicht zu unterschätzen, den Druck und die Einsatzbereitschaft stets auf höchsten Niveau zu halten und genauso frisch und siegeshungrig wie letzte Woche gegen Weimar aufzuspielen, doch da waren wir ja die „vermeintlichen Underdogs" (eine Rolle die uns anscheinend besser gefällt).
Vermutlich hat der Erwartungsdruck die Flügel der gastgebenden Schmetterlinge gestutzt. Die Gäste dagegen waren augenscheinlich hoch motiviert, ihren 2. Saisonsieg gegen die achtplatzierten aus Leipzig einzufahren, zumal das Hinspiel auch nur knapp nach Leipzig ging. Die Geraerinnen agierten besonders stark im Block und Abwehr, der die Messestädterinnen kaum was entgegenzusetzen wussten. So hinkten sie stets 2-4 Punkte hinterher, bis zum Tiefpunkt im 1. Satz bei 11:18. Dann jedoch rappelten sich die Feichtinger Schützlinge noch einmal auf und schlossen 21:22 an. Dieser Schwung hat letztendlich dennoch nicht mehr zum Satzerfolg gereicht (22:25).
Der 2. Satz war nahezu ein Spiegelbild des 1. Durchgangs. Immer wieder schafften es die Gäste über den Außenangriff zu punkten, die Leipzigerinnen dagegen scheiterten immer wieder am gegnerischen Block und der eigenen Nervosität. Es mangelte an Druck im Aufschlag und Angriff. Auch waren sie nach wie vor wie gelähmt von einem doch so gut aufspielenden Letztplatzierten und konnten eben diesen Kampfgeist aus der Vorwoche (noch) nicht auf's Parkett bringen. Auch in diesem Satz hatten die SSCLerinnen immer mit einem Punkterückstand zu kämpfen und auch hier konnte ein kurzes Aufbäumen in der Schlussphase des Satzes den Satzgewinn der Gäste nicht verhindern (23:25).
Nun ging es quasi von vorn los für die Leipzigerinnen. „Jetzt oder nie" war die Devise und allen war klar, dass dies die letzte Chance ist, das Blatt zu wenden. Mit frischen Schwung und nun endlich wiedergewonnen Biss und Siegeswillen wurde diese Chance genutzt. Druckvolle Aufschläge brachten die Annahme des Gegners zum Wackeln, die somit auch nicht mehr so häufig erfolgreich abschließen konnten. Auch hatten sich nun die SSCLerinnen in der Abwehr auf den Gegner eingestellt und spektakuläre Bälle vom Parkett gekratzt. Lange Ballwechsel konnten sie zudem oft zu ihren Gunsten gewinnen, was gut für „Körper und Geist" war. Somit blieb der 3. Satz mit 25:16 zu Hause.
Auf einmal glaubten alle wieder an einen Sieg. Und dass der Glaube nicht nur Berge versetzt, sondern auch Schmetterlinge zum Fliegen bringt, bewiesen die Gastgeberinnen im 4. Satz. Über die Etappen 4:1 und 16:7 spielten sie sich in einen Rausch, sodass die Mannschaft aus den ersten beiden Sätzen fast nicht wieder zu erkennen war. Somit gelang den Leipzigerinnen der Satzausgleich (25:19).
„Vorhin stand es 15:7" - so sollte es bestenfalls auch nach dem 5. Satz sein. Trotz dass der 1. Punkt an die Gäste ging, ließen sich die Leipzigerinnen nicht entmutigen und behielten die Nerven und machten Druck Druck Druck. Nun schien auf einmal alles zu funktionieren. Die Angriffe wurden versenkt, der Block stand wie eine eins und holte immer wieder die wuchtigen Angriffe der Geraerinnen runter. Die Abwehr „rubbelte und kratzte" was das Zeug hielt, so konnte man bei 8:3 erhobenen Hauptes die Seite wechseln und den Sack mit 15:8 zu machen.
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass dieser Sieg trotz der Tabellensituation nicht selbstverständlich war. Dank der mannschaftlichen Geschlossenheit und für die SSCL-Damen üblichen Einsatz- und Kampfbereitschaft („Gummiwand") konnte der 0:2 Rückstandes noch in einen 3:2 Sieg gewandelt werden.
Nun geht es punktspieltechnisch in die Winterferien. Dennoch bereiten wir uns für unser nächstes Spiel vor: am 25.02.2012, 16 Uhr kommen die jungen Talente des VC Olympia Dresden nach Engelsdorf. Wir freuen uns auf Ihre Unterstützung auf den Rängen, wenn es dann wieder heißt:
And now Ladies - let's go!
