Autor: Leipziger Volkszeitung; Erstellt: 7. Oktober 2009 16:16 ; zuletzt bearbeitet: 7. Oktober 2009 18:41
Leipzig. Das Hochbauamt Leipzig hat die Turnhalle des Gymnasiums Engelsdorf wegen Baumängeln auf unbestimmte Zeit gesperrt. Wie die Stadt am Mittwoch mitteilte, ist das Hallendach nicht mehr sicher. Es hätten sich große Risse gebildet.
Dem Schulverwaltungsamt zufolge sollen der Schul- und Vereinssport in andere Hallen verlegt werden. "Derzeit ist der Unterricht aber noch nicht eingeschränkt, wir nutzen die Freifläche", sagte Schulleiterin Anke Polte gegenüber LVZ-Online. Ausweichquartiere werden jetzt in Engelsdorf und den angrenzenden Leipziger Stadtteilen gesucht. "Vor Ende der Woche können wir dazu aber noch nichts sagen", so Polte.
Auch die Volleyball- und Fußball-Abteilungen von Lok Engelsdorf trainieren in der Halle. Sie haben das gleiche Problem wie das Gymnasium: Alternativen sind nur schwer zu finden.
"Das ist eine äußert unangenehme Situation", sagte Jan Zangrando, Trainer der 1. Damen-Volleyball-Mannschaft von Lok Engelsdorf, gegenüber LVZ-Online. Für das kommende Punktspiel gegen den Dresdner SC II weiche das Regionalliga-Team zwar in die Trainingshalle Czermaks Garten aus, dies sei aber nur dank Ausnahmegenehmigung des Verbandes und Einverständnis des Gegners möglich. "Die Halle erfüllt eigentlich nicht die Punktspielanforderungen."
Probleme sieht Zangrando auch im Hinblick auf das Training: "Von unseren drei Trainingseinheiten in der Woche haben wir bislang eine in der Engelsdorfer Halle abgehalten, die ist nun natürlich in Gefahr." Genauso wie das sportliche Ziel der Engelsdorferinnen: der Kampf um die Spitze in der Regionalliga. "Und was das alles für den Nachwuchs bedeutet, daran möchte ich gar nicht denken", so Zangrando.
Derzeit werde bei Lok ein Notfallplan erarbeitet. "Wir sind in Gesprächen und versuchen alles, um Alternativen zu finden", sagte Abteilungsleiter Ralf Tramm. Gesucht werden neben Hallenzeiten für die Erwachsenen vor allem Ausweichquartiere für den Nachwuchs.
Dies müsste möglichst in Engelsdorf sein, um den Kindern keine unnötig langen Fahrzeiten zuzumuten. Für Tramm ist klar: Auch wenn die Gespräche mit Schulen und Stadt optimal laufen, Einschränkungen werde es auf jeden Fall geben. "Die Halle ist immerhin eine der zentralen Hallen im Osten der Stadt", sagte er.
Wie berichtet steht das Angebot an Hallen und Trainingszeiten in Leipzig seit langem in der Kritik. Die rund 230 Sporthallen in der Stadt reichen bei weitem nicht aus, um die Nachfrage von Schulen, Vereinen und Privatpersonen zu befriedigen. Zu Jahresbeginn hatte die Stadt das "Sportprogramm 2015" vorgestellt, in dem auch der Ausbau der Infrastruktur gefordert wird.
LVZ-Online, 07.10.2009
LVZ: Einsturzgefahr - Turnhalle gesperrt
Die Engelsdorfer Turnhalle ist wegen Einsturzgefahr gesperrt. „Meine Tochter war am späten Montagnachmittag gerade im Judo-Verein in der Engelsdorfer Turnhalle Arthur-Winkler-Straße. Plötzlich kam der Hausmeister, bat alle, sofort die Halle zu verlassen und schloss zu. Was ist da los?", wandte sich Holger Zürch gestern ans LVZ-Stadtbüro.
„Die Halle ist bis auf Weiteres gesperrt", bestätigte auf Nachfrage Stadtsprecherin Martina Menge-Buhk. Dazu habe sich ein Expertentrupp bei einem Vorort-Termin Montagnachmittag kurzerhand entschlossen, nachdem in der Dachkonstruktion Mängel ausgemacht worden waren und die Tragfähigkeit nicht mehr gewährleistet werden kann. „Wir organisieren jetzt erstmal mit dem Schulverwaltungsamt weitere Untersuchungen, woran es liegt, sowie entsprechende Gegenmaßnahmen", so Steffen Seiler, im Hochbauamt zuständig für technisches Gebäudemanagement. Er versicherte, die Engelsdorfer Sporthalle sei derzeit die einzige in seinem Zuständigkeitsbereich, die nicht fit ist.
A. Rau., 07.10.2009
