Autor: Leipziger Volkszeitung; Erstellt: 17. Oktober 2009 13:51 ; zuletzt bearbeitet: 17. Oktober 2009 13:52
Volleyballer von Lok Engelsdorf müssen auf ihre gesperrte Sporthalle verzichten
„Das gibt Chaos pur", war sich Norman Thomas sicher. Der sportliche Leiter der Abteilung Volleyball von Lok Engelsdorf bekam die schlechte Nachricht am vorletzten Montag zu hören: Die Turnhalle, die sein Verein für Training und Punktspiele nutzt, wird mit sofortiger Wirkung gesperrt. Der Grund für die Schließung der Halle vom Engelsdorfer Gymnasium, die erst Anfang der 1990er Jahre gebaut worden war, sind Schäden an der Dachkonstruktion. Gutachter hatten im Auftrag der Stadt Leipzig bei einer Begehung am 5. Oktober die Tragfähigkeit der Holzleimbinder, auf denen das Dach sitzt, bezweifelt. Noch am gleichen Tag veranlassten die Bauexperten aus Sicherheitsgründen die sofortige Schließung.
„Was machen wir nun mit unserem Punktspiel?", fragte sich an diesem Tag unter anderem der Trainer der ersten Frauenmannschaft, Jan Zangrando. Schließlich stand am letzten Sonnabend in der Regionalliga Ost das Heimspiel gegen die zweite Mannschaft des Dresdner SC an. Doch die Tabellenführer um Kapitän Sylvia Andreas hatten Glück im Unglück: Sie konnten in kurzfristiger Absprache mit der Stadt Leipzig die Turnhalle Czermaks Garten im Leipziger Zentrum-Ost belegen. Die Tonnenhalle mit einem Spielfeld ist wesentlich kleiner als die Dreifelderhalle in Engelsdorf, aber wenigstens nicht unbekannt. „Zwei von drei Trainingseinheiten in der Woche absolvieren wir sowieso in dieser Halle", erklärt Trainer Jan Zangrando. Damit gab es keinen Nachteil dort zu spielen, schließlich gewannen die Engelsdorferinnen gegen Dresden mit 3:1 und verteidigten die Tabellenführung.
„Allerdings", fügt Zangrando an, „durften wir dort nur mit einer Sondergenehmigung des Sächsischen Volleyballverbandes spielen." Denn die erforderliche Deckenhöhe ist zwar in der Mitte der Tonnenhalle in Czermaks Garten gegeben, aber nicht an den Seiten. Doch lediglich „zwei Bälle sind dort an die Decke gegangen", meint der Coach und spricht sogar von einem Vorteil für das Punktspiel: „Die Stimmung war in der kleinen Halle wesentlich besser. Unsere 60 Fans hatten zwar eine längere Anfahrt, aber in dieser Halle sind Schlaginstrumente erlaubt."
Doch dieser positive Randaspekt dürfte der einzige bleiben. „Vor allem unsere Nachwuchsabteilungen trainieren ausschließlich in Engelsdorf", betont der sportliche Leiter Norman Thomas. „Zum Glück erlebten wir eine Solidaritätswelle von Leipziger Volleyballvereinen, vom Sächsischen Volleyballverein und der Stadt Leipzig", erklärt er. Dadurch konnten die Engelsdorfer Hallenkapazitäten anderer Vereine nutzen und mussten bisher noch kein Training oder Punktspiel absagen. „Wir profitierten von vielen Auswärtspartien am letzten Wochenende und die Nachwuchs-Bezirksmeisterschaften fanden in der Grünauer Dreifelderhalle der 84. Mittelschule statt", sagt Thomas. Für die Heimspiele dieses Wochenendes bekamen die Engelsdorfer Volleyballer als Ausweichmöglichkeiten von der Stadt vier Hallen gestellt.
In der Zwischenzeit prüft ein Gutachter von der Stadt die Planungsunterlagen der Turnhalle. Anfang nächster Woche soll der Schaden vor Ort aufgenommen werden und dann fällt die Entscheidung, ob die defekte Dachkonstruktion saniert werden kann.
Thomas Voigt
Foto: Norman Rembarz
Quelle: http://epaper.lvz-online.de/cgi-bin/eZeitung/ezeitung/index.html?a-e_global-sz_Portal=CIT&a-e_global-sz_Arg=wd373d7cd8d616d5835268ecbee12bccbaa8624a28c