News - Detailansicht

Berlinfahrt geplatzt

Autor: Jan Zangrando; Erstellt: 26. April 2010 18:56 ; zuletzt bearbeitet: 26. April 2010 19:17

49ee2d3f9fbdbca93416da9d3fa4cf4f

Deutsche Senioren-Meisterschaft 2010 ohne Engelsdorfer Team

 

Unsere bisher erfolgreichste Senioren-Saison ist am Wochenende dann doch ziemlich glanzlos zu Ende gegangen. Die entscheidende Hürde, um erstmals bei Deutschen Meisterschaften an den Start gehen zu können, erwies sich letztlich als zu hoch.

 

Nach dem Gewinn der Vizemeistertitel auf Sachsen- und Regionalebene waren wir ausgezogen, um uns im fernen Koblenz für die Deutschen Meisterschaften 2010 zu qualifizieren. Dafür hätte einer der ersten beiden Plätze im sonntäglichen Relegationsturnier der Zweitplatzierten Süddeutschlands belegt werden müssen.

Die Konkurrenz war stark. Die gastgebenden Volleyballer vom SV Ransbach-Baumbach, bereits zu deutschen Vizemeisterehren gekommen, galten dabei als die Favoriten.

Im Auftaktspiel gegen den TSV Schwaig glaubten viele bereits das vorweggenommene Endspiel zu sehen. Für uns, die wir bereits am Vortag nach Koblenz gereist waren, um zumindest ausgeschlafen am Ort des Geschehens zu erscheinen, war spätestens jetzt klar, dass es einer außergewöhnlichen Leistung bedürfen würde, um hier eine Chance zu haben.

 

Um es vorwegzunehmen, diesem Erwartungsdruck zeigten wir uns an diesem Sonntag nicht gewachsen.

Schon in unserem Auftaktspiel gegen den späteren Turniersieger aus Rohrbach lagen wir schnell 1:6 im Rückstand, was unser Spiel von Beginn an lähmte. Der Gegner erwies sich im Verlauf des Spieles als sehr ausgeglichen besetzt, sodass wir über ein paar gefällige Aktionen nicht hinauskamen. Insgesamt spielten wir zwar besser als in den Vorbereitungsspielen gegen Hohnstädt und unsere Zweite, aber nicht annähernd so gut wie bei den U35-Regionalmeisterschaften in Krostitz. Um Rohrbach zu schlagen, reichte es bei weitem nicht, sodass schon der Turnierauftakt so ziemlich in die Hose ging (18:25, 19:25).

 

Wir standen also vor dem Spiel gegen den Gastgeber schon mit dem Rücken zur Wand. Ein Satzgewinn hätte uns noch die Mini-Chance auf die Berlinfahrt gelassen. Den ersten Satz konnten wir auch relativ ausgeglichen gestalten, wenngleich schon hier immer deutlicher wurde, dass wir ohne einer Steigerung, vor allem in der Annahme und im Block, keinen Blumentopf würden gewinnen können. Am Ende triumphierten die Ransbacher nicht nur am Schluss des ersten Durchgangs (25:21), sondern auch des zweiten (25:17).

 

Für uns war damit der Zug nach Berlin bereits abgefahren, während die drei anderen Teams alle noch die Tickets hätten lösen können. Den Gastgebern war nach ihren beiden Auftaktsiegen gegen Schwaig und uns das Berlin-Wochenende nicht mehr zu nehmen. Ein Engelsdorfer Sieg im Spiel gegen den TSV Schwaig hätte auch den Rohrbachern dafür gereicht. Rohrbach versuchte nun unsere am Boden liegende Moral wieder aufzurichten und versprach uns für den Fall eines Sieges einen Kasten Bier. Wenn aber selbst eine solche Motivation nicht ausreicht, um uns noch einmal zu Wundertaten zu veranlassen, dann weiß der aufmerksame Leser unserer Punktspielberichte, dass Hopfen und Malz schon lange verloren waren.

Auch gegen die Schwaiger reichte es zu keinem Satzgewinn (21:25, 20:25), obwohl es während der Begegnung Phasen gab, in denen sich ein kleiner Funke Hoffnung Bahn zu brechen suchte. Aber der Kopf hatte die Enttäuschung über die eigene Leistung und das ernüchternde Abschneiden längst registriert und das Fleisch zum Schongang aufgefordert.

 

Jede der drei gegnerischen Mannschaften war individuell besser besetzt als wir. Auch im Miteinander zeigten sich die anderen uns überlegen. Dies gilt es zu akzeptieren.

ABER: Wir hätten uns besser und vor allem mehr wehren können. Dass wir dies nicht geschafft haben, das ist das eigentlich Enttäuschende.

 

Auf den 450 Kilometern Rückweg wurde dann kaum gefachsimpelt - zu klar lagen die Ursachen für die Niederlagen auf dem Tisch, zu tief steckte der Stachel des Scheiterns so kurz vorm Ziel.

Ganz zum Schluss wurde das Wochenende dann doch noch (versöhnlich) schön geredet: 12 Mannschaften werden zur „Deutschen" fahren. Acht standen schon vor den Relegationsspielen fest. Zwei (Rohrbach und Ransbach) kommen aus dem Süden hinzu, zwei aus dem Norden. Dort fiel die Relegation übrigens aus, weil die beiden anderen Zweitplatzierten schon vorher die weiße Fahne gehisst hatten.

Das heißt, dass wir als Vierter des südlichen Relegationsturniers insgesamt Platz 14 des deutschen Ü41-Jahrgangs belegen.

Das ist doch nicht schlecht! Oder?  

Mancher Fußball-Bundesligist wäre 2 Spieltage vor Schluss der Meisterschaft glücklich über diese Platzierung. Also sollten wir es letztlich auch sein.

 

Und nun ab in den Sand. Dort steigen die Deutschen Meisterschaften übrigens am 21./22. August in Velten ...

Keine Kommentare vorhanden

Sponsoren