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Regio-Mädels beim 3:1 in Dresden wie aufgedreht

Autor: Jan Zangrando; Erstellt: 22. Januar 2012 06:06 ; zuletzt bearbeitet: 22. Januar 2012 06:14

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Das Spiel gegen den Dresdner SSV meldete vom Start weg seinen Anspruch darauf an, neben dem Gastspiel in Weimar im November des vergangenen Jahres als eines der besten Auswärtsspiele der laufenden Saison bezeichnet werden zu müssen. Eineinhalb Stunden lang spielten wir uns die Seele aus dem Leib und gewannen schließlich gegen eine gute Dresdner Mannschaft absolut verdient mit 3:1 (17. -18, 22, 21).

 

„Die Menschen finden selten ein Wort der Anerkennung füreinander und zeigen wenig Neigung sich gegenseitig zu loben." (Jean de la Bruyere)

 

Wofür sollte man ein ernst gemeintes und begründetes Lob formulieren, wenn nicht für das, was neun wackere Leipzigerinnen gestern Abend in der Landeshauptstadt Sportliches zu leisten vermochten?

 

Es war eine geschlossene tolle Mannschaftsleistung, aus der am gestrigen Abend drei Spielerinnen noch ein klein wenig herausragten. Da war zunächst Kapitänin Jenny, die die Bälle klug und präzise verteilte, dann unser Youngster Tani, die bei der Ballverteilung doppelt so laut geschrien haben musste als die anderen, deshalb gestern wohl auch reichlich Pässe bekam und die alles versenkte, was ihr an Angriffsmöglichkeiten geboten wurde, und schließlich Karo, die endlich ihr erstes Saisonspiel vom Anfang bis zum Ende auf dem Parkett bestritt und mit mutigen Angriffen überzeugte.

 

 

Aber es gab noch mehr: eine stabile Annahme etwa, die bis auf einen kleinen Hänger im 2. Satz, die Basis für unseren druckvollen Angriff schuf, und es gab, wie schon in der Vorwoche, einen taktisch klug eingesetzten Aufschlag, der die Angreifer auf der anderen Seite stets stark beschäftigte.

 

Begonnen hatte unser Volleyball-Feuerwerk allerdings mit tollen Blockaktionen, die den sich eben noch hart einschlagenden Gastgeberinnen sofort ein klein wenig den Zahn zu ziehen schienen. Da zeigten sie sich davon überrascht, dass beispielsweise Sylvia, die wir knapp 4 Stunden zuvor quasi am Arbeitsplatz aufgelesen und die in der Aufwärmphase mehr mit dem sie überkommenen Schlaf als mit dem Einspielball zu kämpfen hatte, nun am Netz agierte wie ein junges Reh. Und als sie bei einem Blockversuch im 1. Satz ein uriger Schlag der besten Dresdner Angreiferin voll ins Gesicht traf und sie selbst diese Kanonenkugel wegsteckte, war klar, dass sie an diesem Tag nun wirklich nichts mehr umhauen würde.

 

 

Nach den vielen Stunden beruflich bedingter physischer Kraftanstrengungen, die Kathi in dieser Woche jeden Abend nur noch ins Bett fallen und nicht in die Trainingshalle kommen ließ, war auch sie angeschlagen und mit der Unsicherheit in die Partie gegangen, für wie lange Kraftreserven, Konzentration und Durchschlagskraft reichen würden. Am Ende des Spiels war sie Teil dieses wunderbaren Ensembles und konnte gestern Abend vor allem mit ihrer Übersicht und ihren klug abgeschlossenen Angriffen punkten.

 

Melli rundete mit einer gewohnt engagierten Leistung den durchweg positiven Eindruck meiner Mannschaft ab. Sie hatte mit ihrer Durchsetzungskraft am Netz insbesondere im letzten Satz entscheidenden Anteil daran, dass sich die Waage nach dem zwischenzeitlichen 19:19 zu unseren Gunsten neigte. Bereits in der Vorwoche hatte sie uns im 5. Satz mit ihren mutigen Angriffsaktionen die Tür zum Sieg weit aufgestoßen.

 

Auf der Rückfahrt haderte Libera Sandra mit einem Dankeball, dessen Abwehr ihr zu nah ans Netz geraten und damit dafür verantwortlich war, dass der Statist ihr am Ende des Spieles keine 100 % Annahme- und Abwehreffizienz würde attestieren können. Das nenne ich zwar einen selbstkritischen Ansatz, unterstreicht aber doch eher ihre brutal gute Leistung in der Dresdner Sportarena. Und damit steht sie stellvertretend für eine gestern Abend absolut überzeugende Abwehrarbeit des gesamten Teams. Ich habe keinen Ball gesehen, der auf den Boden fiel, ohne dass sich jemand bemüht hätte, dies zu verhindern. Im Gegenteil: Antizipation, Kommunikation, Beweglichkeit, das waren die Garanten einer gestern überragenden Feldabwehr.

 

Anna, die auch im Vorfeld dieses Spieles wieder viele Stunden ihrer Freizeit zur Vorbereitung auf das Match geopfert hatte, so hatte ich mich beispielsweise mit beiden Zuspielerinnen am Dienstagabend zum Videostudium getroffen, durfte auf dem Feld nur kurz ran  - zu souverän zog Jenny gestern Abend ihre Kreise - , aber sie unterstützte ihr Team während der Begegnung gewohnt umtriebig mit vielerlei nützlichen Informationen, allesamt Ergebnisse ihrer Live-Spielbeobachtung.

 

 

Josi, Annas Schicksalsgenossin in Punkto Einsatzzeit im dritten Spiel der Rückrunde, sicherte mit ihrem Auftritt im 2. Satz Kathi wichtige Minuten zum Verschnaufen und kehrte damit auf ihre Position zurück, die sie in vielen Spielen der Hinrunde begleitet hatte und in den nächsten Begegnungen wieder besetzen wird. Personelle Engpässe lassen uns zudem darauf hoffen, dass sich die Muskelfaserzerrung bei Lisa nicht als langwierig herausstellt und sie uns schon am kommenden Samstag, wenn wir 20 Uhr die Lichtensteinerinnen in Engelsdorf erwarten, wieder zur Verfügung stehen wird.

 

Wir waren gestern Nachmittag schon etwas früher nach Dresden aufgebrochen, weil wir uns noch vor dem Spiel einige Videosequenzen unseres letzten Auftritts anschauen und aus den dort gemachten Fehlern lernen wollten. Dass dem Vorhaben so schnell solche Taten folgen würden, das war für mich beeindruckend. Das Ergebnis war eine der besten Saisonleistungen, wahrscheinlich sogar das Stärkste, was wir bisher angeboten haben. Wir können stolz darauf sein, dass uns dies gegen einen Gegner gelang, der ebenfalls einen guten Volleyball spielte, sodass es insgesamt eine Begegnung auf einem sehr, sehr ordentlichen Regionalliganiveau war. Unser „Edelfan" Chrissi, die, wenn sie nicht in der Sachsenliga selbst auf Punktejagd war, alle unsere Spiele vor Ort verfolgt hat, wird uns dies gewiss bestätigen.

 

Hoffen wir also darauf, dass uns in den kommenden Spielen eine Wiederholung des Gezeigten gelingen möge und dass am kommenden Samstag möglichst viele unserer Sympathisanten den Weg nach Engelsdorf finden und neben Chrissi Platz nehmen. Die Einladung dazu sei hiermit ausgesprochen.

 

Fotos: H.D. Koch (aus dem Hinspiel L-DSSV)

Kommentar von Anna

Erstellt: 22. Januar 2012 10:28

Mädels, das war eine grandiose Leistung - Da schaue ich gerne mal zu ;)

 

Danke Chrissi fürs Daumen drücken und die moralische Unterstützung!! 

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