Autor: Jan Zangrando; Erstellt: 29. Januar 2012 07:44 ; zuletzt bearbeitet: 29. Januar 2012 07:53
Obwohl wir uns fest vorgenommen hatten, daheim gegen Lichtenstein den Spielfaden der Vorwoche wieder aufzunehmen, ist uns das gestern Abend überhaupt nicht gelungen. Der insgesamt recht solide spielende Tabellenvorletzte nutzte dies letztlich zu einem von ihm vielumjubelten deutlichen 3:0 (25,21,21) - Auswärtssieg.
Es könnten jetzt vielerlei Entschuldigungen für unsere fünfte Heimniederlage folgen, Fakt aber bleibt, dass trotz allem ein Sieg möglich gewesen wäre, wenn wir im Sideout konsequenter gehandelt und insbesondere im Verteidigungsfall mehr und vor allem noch früher miteinander kommuniziert hätten. So wäre der eine oder andere einfache Punkt des Gegners zu verhindern gewesen und den engen Satzverläufen möglicherweise eine andere Richtung gegeben worden. So aber warf Lichtenstein alles in den Ring, was es sich nach der langen Durststrecke (bis gestern nur ein Saisonsieg) an Mut und Leidenschaft erhalten hatte und konnte so in der sicherlich nicht gutklassigen Begegnung die Big Points setzen.
Anfänglich schienen wir unsere Besetzungs- und Verletzungsprobleme besser kompensieren zu können als die Lichtensteinerinnen das gesundheitliche Fragezeichen hinter ihrer effektivsten Angreiferin Tina Bieligk. Im ersten Satz waren beide Teams zunächst auf Findungssuche - so hatten wir beispielsweise neben zwei weiteren Spielerausfällen eine der beiden Mittelblockerinnen zu ersetzen, was sich letztlich bis hin zur Veränderung unseres Annahmeriegels auswirkte.
Bis zum 21:21 wechselte die Führung mal auf die eine und dann wieder auf die andere Seite, bis wir uns durch ein Aufschlagass und einen direkten Angriffsfehler des Gegners einen in dieser Spielphase eigentlich entscheiden sollenden 2-Punkte-Vorsprung herausgespielt hatten. Im folgenden Ballwechsel überstanden wir dann zwar die erste Angriffswelle der Gegenseite schadlos, die Abwehr der zweiten erfolgte aber auf die Netzkante, über der in diesem Fall die Lichtensteiner Mittelblockerin thronte und zum 23:22 verkürzte. Die folgende Annahme war zwar etwas wacklig, konnte aber dennoch zum ersten Satzball (24:22) gerettet werden. Unser falsch postierter Block ließ Lichtenstein verkürzen und als wir dann nach vergebener erster Punktchance in die Defensive gerieten, in der Folge zwar zwei weitere Angriffe abwehren konnten, aber selbst nicht mehr zum Abschluss kamen, punktete Tina Bieligk schließlich zum Ausgleich. Noch einmal erkämpften wir uns die Chance zum Satzgewinn (25:24), scheiterten aber in der Folge an Unkonzentriertheiten oder Abstimmungsproblemen in Abwehr und Annahme.
Dieser Satzverlust bedeutete im Umkehrschluss, dass unsere Gäste, die sich in der Vergangenheit gerade in solch engen Spielsituationen wenig selbstbewusst gezeigt hatten, an mehr Sicherheit und Zutrauen gewannen. Immer wieder bereiteten wir in der Folgezeit mit ordentlichen Aufschlägen mögliche Punktgewinne vor, konnten aber weder die Lichtensteiner Angreiferinnen am Netz entscheidend stellen noch deren zu antizipierende Angriffe spielbar abwehren. Sicherlich gelangen auch uns sehenswerte Punktgewinne, insbesondere wenn wir Tanita über die Mitte einsetzen konnten oder wenn Karo auf der Außenposition ins Spiel gebracht wurde. Aber insgesamt reichte das nicht aus, um unseren 12:9-Vorsprung im 2. Durchgang zum Satzgewinn auszubauen. Der Abschnitt, der beim 21:21 noch auf des Messers Schneide stand (wir hatten gerade einen 2-Punkte-Rückstand aufgeholt), wurde dann fast von uns allein entschieden. Ein Aufschlagfehler ließ Lichtenstein erneut in Führung gehen (21:22), der folgende Angriff - von der Diagonalposition aus - landete außerhalb des Spielfeldes (21:23), der nächste - diesmal von außen - im Einerblock Tina Bieligks (21:24) und nach einem weiteren missglückten, aber gut gesicherten Versuch über die Position 2, blieb unser folgender Angriff aus dem Hinterfeld an der Netzkante hängen (21:25).
Da wir mit Bea, die dankenswerterweise auf das 2. Pokalspiel des amtierenden Sachsenmeisters in Großröhrsdorf verzichtet hatte und nach der 1. Begegnung des Tages als personelle Alternative zu uns nach Engelsdorf zurückgereist war, nur noch eine Feldspielerin auf der Bank sitzen hatten, versuchten wir durch Positionsneuverteilungen innerhalb der sich auf dem Spielfeld stehenden Spielerinnen, unserem Spiel im 3. Satz eine Wende zu geben. Nach ausgeglichenem Beginn gerieten wir leicht in Rückstand (8:10), kamen wieder zum Ausgleich (10:10), um kurze Zeit später erneut ins Hintertreffen zu geraten. Noch immer hatte sich unser Spiel trotz des Mühens aller nicht stabilisiert, sodass die Berg- und Talfahrt weiter anhielt. Nach dem 12:16 - beide Auszeiten waren aufgebraucht - brachte der Wechsel auf der Zuspielposition den erhofften Impuls. Wir glichen aus (16:16) und blieben zwar bis zum 19:19 auf Augenhöhe, hatten aber an diesem Abend für die satzentscheidenden Aktionen weder die physische Kraft noch die mentale Stärke (21:25).
In diesem Spiel haben wir deutlich die Grenzen unserer körperlichen und personellen Belastbarkeit aufgezeigt bekommen. Während es uns in der Vorwoche gelungen war, ein unter diesen Bedingungen außergewöhnliches Spiel abzuliefern, fehlte gestern Abend dieser Funke, der einem auch in einer solchen Situation Flügel verleihen hilft. Nun gilt es bis zum nächsten Samstag (19 Uhr in Dresden gegen den VCO) unsere Hausaufgaben zu machen. Die angezeigte Trainingsbeteiligung lässt vermuten, dass wir das Klassenziel dann durchaus erreichen können.
Foto: www.google.de/imgres, 29.01.2012



