Lok I (Regionalliga)

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Regio-Lok nach erneuter Niederlage nun unter Zugzwang

Autor: Jan Zangrando; Erstellt: 6. Februar 2012 19:46 ; zuletzt bearbeitet: 6. Februar 2012 19:48

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Um der Chronistenpflicht Genüge zu tun, sei an dieser Stelle verspätet auf die 1:3-Auswärtsniederlage der „Regional-Lok" gegen den VC Olympia Dresden II verwiesen.

 

Einen ausführlichen Spielbericht darüber kann ich nicht formulieren, da ich selbst nicht Augenzeuge dieser Partie gewesen war. Zum ersten Mal in den vielen Jahren als Regionalligatrainer hatte der virendurchzogene Körper über den dagegen ankämpfenden Geist derart gesiegt, dass ich am Samstag das Bett nicht verlassen konnte.

 

Und damit die Mädels im fernen Dresden nicht ganz auf sich allein gestellt waren, übernahm Norman dankenswerterweise das Coaching, nachdem er bereits am Mittag/Nachmittag seine Sachsenligadamen zu zwei Heimsiegen geführt hatte. In seinem „Schlepptau" bestiegen mit Jana, Großi und Marie gleich drei Spielerinnen seines Kaders die Fahrzeuge in die Landeshauptstadt, denn nur mit einem solchen Großaufgebot an helfendem Personal war es uns überhaupt möglich, hinter den ohnehin zu beklagenden Spielerausfällen zumindest hinter den mit einem gesundheitlichen Fragezeichen eingestiegenen Damen ein Ausrufezeichen zu setzen. Ein großes Dankeschön - und schon das macht den Bericht notwendig - geht an die namentlich Genannten, die sich damit einen wirklich kompletten Volleyballtag (10 -23 Uhr) organisiert hatten.

 

Das Spiel selbst endete für uns mit einer weiteren Enttäuschung, hatten wir doch in den reichlich 100 Spielminuten die Chancen zum Sieg mehrfach ungenutzt verstreichen lassen. Alle Sätze waren eng. Im ersten Durchgang hatten wir nach 20:20 das bessere Ende für uns (25:22), im zweiten beim 27:29 die Dresdnerinnen. Ärgerlich dabei sicherlich, dass der Schiedsrichter den - für beide Mannschaften deutlich wahrnehmbar -  innerhalb des Feldes einschlagenden Angriffsball zum vermeintlichen 28:28 ins Aus verlegte und so dem VCO den etwas glücklichen Satzausgleich sicherte, aber sicherlich keine Begründung dafür, dass das Spiel am Ende ganz verloren ging. Die Dresdnerinnen zeigten sich, so die Einschätzung Normans, insgesamt im Aufschlag und Angriff mutiger, wenngleich wir dies immer wieder mit einer größeren Spielfreude als die in der jüngsten Vergangenheit gezeigten auszugleichen versuchten. Das Ergebnis war ein auch im 3. Satz ausgeglichenes Spiel. Hier reichte unsere 20:17-Führung nicht zum erneuten Satzgewinn, den sich schließlich nach toller Aufschlagserie der VCO sicherte (25:20). Beim 22:23 im 4. Satz war für uns der Tie-Break  noch möglich, zwei Punkte später der Satz und das Match aber entschieden.

 

Am Samstag bestreiten wir gegen Weimar unser letztes Heimspiel (20 Uhr) und würden uns über ein reges Zuschauerinteresse freuen!

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Regio-Team bei erneuter Heimpleite ohne Power

Autor: Jan Zangrando; Erstellt: 29. Januar 2012 07:44 ; zuletzt bearbeitet: 29. Januar 2012 07:53

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Obwohl wir uns fest vorgenommen hatten, daheim gegen Lichtenstein den Spielfaden der Vorwoche wieder aufzunehmen, ist uns das gestern Abend überhaupt nicht gelungen. Der insgesamt recht solide spielende Tabellenvorletzte nutzte dies letztlich zu einem von ihm vielumjubelten deutlichen 3:0 (25,21,21) - Auswärtssieg.

 

Es könnten jetzt vielerlei Entschuldigungen für unsere fünfte Heimniederlage folgen, Fakt aber bleibt, dass trotz allem ein Sieg möglich gewesen wäre, wenn wir im Sideout konsequenter gehandelt und insbesondere im Verteidigungsfall mehr und vor allem noch früher miteinander kommuniziert hätten. So wäre der eine oder andere einfache Punkt des Gegners zu verhindern gewesen und den engen Satzverläufen möglicherweise eine andere Richtung gegeben worden. So aber warf Lichtenstein alles in den Ring, was es sich nach der langen Durststrecke (bis gestern nur ein Saisonsieg) an Mut und Leidenschaft erhalten hatte und konnte so in der sicherlich nicht gutklassigen Begegnung die Big Points setzen.

 

Anfänglich schienen wir unsere Besetzungs- und Verletzungsprobleme besser kompensieren zu können als die Lichtensteinerinnen das gesundheitliche Fragezeichen hinter ihrer effektivsten Angreiferin Tina Bieligk. Im ersten Satz waren beide Teams zunächst auf Findungssuche - so hatten wir beispielsweise neben zwei weiteren Spielerausfällen eine der beiden Mittelblockerinnen zu ersetzen, was sich letztlich bis hin zur Veränderung unseres Annahmeriegels auswirkte.

 

Bis zum 21:21 wechselte die Führung mal auf die eine und dann wieder auf die andere Seite, bis wir uns durch ein Aufschlagass und einen direkten Angriffsfehler des Gegners einen in dieser Spielphase eigentlich entscheiden sollenden 2-Punkte-Vorsprung herausgespielt hatten. Im folgenden Ballwechsel überstanden wir dann zwar die erste Angriffswelle der Gegenseite schadlos, die Abwehr der zweiten erfolgte aber auf die Netzkante, über der in diesem Fall die Lichtensteiner Mittelblockerin thronte und zum 23:22 verkürzte. Die folgende Annahme war zwar etwas wacklig, konnte aber dennoch zum ersten Satzball (24:22) gerettet werden. Unser falsch postierter Block ließ Lichtenstein verkürzen und als wir dann nach vergebener erster Punktchance in die Defensive gerieten, in der Folge zwar zwei weitere Angriffe abwehren konnten, aber selbst nicht mehr zum Abschluss kamen, punktete Tina Bieligk schließlich zum Ausgleich. Noch einmal erkämpften wir uns die Chance zum Satzgewinn (25:24), scheiterten aber in der Folge an Unkonzentriertheiten oder Abstimmungsproblemen in Abwehr und Annahme.

 

Dieser Satzverlust bedeutete im Umkehrschluss, dass unsere Gäste, die sich in der Vergangenheit gerade in solch engen Spielsituationen wenig selbstbewusst gezeigt hatten, an mehr Sicherheit und Zutrauen gewannen. Immer wieder bereiteten wir in der Folgezeit mit ordentlichen Aufschlägen mögliche Punktgewinne vor, konnten aber weder die Lichtensteiner Angreiferinnen am Netz entscheidend stellen noch deren zu antizipierende Angriffe spielbar abwehren. Sicherlich gelangen auch uns sehenswerte Punktgewinne, insbesondere wenn wir Tanita über die Mitte einsetzen konnten oder wenn Karo auf der Außenposition ins Spiel gebracht wurde. Aber insgesamt reichte das nicht aus, um unseren 12:9-Vorsprung im 2. Durchgang zum Satzgewinn auszubauen. Der Abschnitt, der beim 21:21 noch auf des Messers Schneide stand (wir hatten gerade einen 2-Punkte-Rückstand aufgeholt), wurde dann fast von uns allein entschieden. Ein Aufschlagfehler ließ Lichtenstein erneut in Führung gehen (21:22), der folgende Angriff - von der Diagonalposition aus - landete außerhalb des Spielfeldes (21:23), der nächste - diesmal von außen - im Einerblock Tina Bieligks (21:24) und nach einem weiteren missglückten, aber gut gesicherten Versuch über die Position 2, blieb unser folgender Angriff aus dem Hinterfeld an der Netzkante hängen (21:25).

 

Da wir mit Bea, die dankenswerterweise auf das 2. Pokalspiel des amtierenden Sachsenmeisters in Großröhrsdorf verzichtet hatte und nach der 1. Begegnung des Tages als personelle Alternative zu uns nach Engelsdorf zurückgereist war, nur noch eine Feldspielerin auf der Bank sitzen hatten, versuchten wir durch Positionsneuverteilungen innerhalb der sich auf dem Spielfeld stehenden Spielerinnen, unserem Spiel im 3. Satz eine Wende zu geben. Nach ausgeglichenem Beginn gerieten wir leicht in Rückstand (8:10), kamen wieder zum Ausgleich (10:10), um kurze Zeit später erneut ins Hintertreffen zu geraten. Noch immer hatte sich unser Spiel trotz des Mühens aller nicht stabilisiert, sodass die Berg- und Talfahrt weiter anhielt. Nach dem 12:16 - beide Auszeiten waren aufgebraucht -  brachte der Wechsel auf der Zuspielposition den erhofften Impuls. Wir glichen aus (16:16) und blieben zwar bis zum 19:19 auf Augenhöhe, hatten aber an diesem Abend für die satzentscheidenden Aktionen weder die physische Kraft noch die mentale Stärke (21:25).

 

In diesem Spiel haben wir deutlich die Grenzen unserer körperlichen und personellen Belastbarkeit aufgezeigt bekommen. Während es uns in der Vorwoche gelungen war, ein unter diesen Bedingungen außergewöhnliches Spiel abzuliefern, fehlte gestern Abend dieser Funke, der einem auch in einer solchen Situation Flügel verleihen hilft. Nun gilt es bis zum nächsten Samstag (19 Uhr in Dresden gegen den VCO) unsere Hausaufgaben zu machen. Die angezeigte Trainingsbeteiligung lässt vermuten, dass wir das Klassenziel dann durchaus erreichen können.

 

Foto: www.google.de/imgres, 29.01.2012

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Regio-Mädels beim 3:1 in Dresden wie aufgedreht

Autor: Jan Zangrando; Erstellt: 22. Januar 2012 06:06 ; zuletzt bearbeitet: 22. Januar 2012 06:14

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Das Spiel gegen den Dresdner SSV meldete vom Start weg seinen Anspruch darauf an, neben dem Gastspiel in Weimar im November des vergangenen Jahres als eines der besten Auswärtsspiele der laufenden Saison bezeichnet werden zu müssen. Eineinhalb Stunden lang spielten wir uns die Seele aus dem Leib und gewannen schließlich gegen eine gute Dresdner Mannschaft absolut verdient mit 3:1 (17. -18, 22, 21).

 

„Die Menschen finden selten ein Wort der Anerkennung füreinander und zeigen wenig Neigung sich gegenseitig zu loben." (Jean de la Bruyere)

 

Wofür sollte man ein ernst gemeintes und begründetes Lob formulieren, wenn nicht für das, was neun wackere Leipzigerinnen gestern Abend in der Landeshauptstadt Sportliches zu leisten vermochten?

 

Es war eine geschlossene tolle Mannschaftsleistung, aus der am gestrigen Abend drei Spielerinnen noch ein klein wenig herausragten. Da war zunächst Kapitänin Jenny, die die Bälle klug und präzise verteilte, dann unser Youngster Tani, die bei der Ballverteilung doppelt so laut geschrien haben musste als die anderen, deshalb gestern wohl auch reichlich Pässe bekam und die alles versenkte, was ihr an Angriffsmöglichkeiten geboten wurde, und schließlich Karo, die endlich ihr erstes Saisonspiel vom Anfang bis zum Ende auf dem Parkett bestritt und mit mutigen Angriffen überzeugte.

 

 

Aber es gab noch mehr: eine stabile Annahme etwa, die bis auf einen kleinen Hänger im 2. Satz, die Basis für unseren druckvollen Angriff schuf, und es gab, wie schon in der Vorwoche, einen taktisch klug eingesetzten Aufschlag, der die Angreifer auf der anderen Seite stets stark beschäftigte.

 

Begonnen hatte unser Volleyball-Feuerwerk allerdings mit tollen Blockaktionen, die den sich eben noch hart einschlagenden Gastgeberinnen sofort ein klein wenig den Zahn zu ziehen schienen. Da zeigten sie sich davon überrascht, dass beispielsweise Sylvia, die wir knapp 4 Stunden zuvor quasi am Arbeitsplatz aufgelesen und die in der Aufwärmphase mehr mit dem sie überkommenen Schlaf als mit dem Einspielball zu kämpfen hatte, nun am Netz agierte wie ein junges Reh. Und als sie bei einem Blockversuch im 1. Satz ein uriger Schlag der besten Dresdner Angreiferin voll ins Gesicht traf und sie selbst diese Kanonenkugel wegsteckte, war klar, dass sie an diesem Tag nun wirklich nichts mehr umhauen würde.

 

 

Nach den vielen Stunden beruflich bedingter physischer Kraftanstrengungen, die Kathi in dieser Woche jeden Abend nur noch ins Bett fallen und nicht in die Trainingshalle kommen ließ, war auch sie angeschlagen und mit der Unsicherheit in die Partie gegangen, für wie lange Kraftreserven, Konzentration und Durchschlagskraft reichen würden. Am Ende des Spiels war sie Teil dieses wunderbaren Ensembles und konnte gestern Abend vor allem mit ihrer Übersicht und ihren klug abgeschlossenen Angriffen punkten.

 

Melli rundete mit einer gewohnt engagierten Leistung den durchweg positiven Eindruck meiner Mannschaft ab. Sie hatte mit ihrer Durchsetzungskraft am Netz insbesondere im letzten Satz entscheidenden Anteil daran, dass sich die Waage nach dem zwischenzeitlichen 19:19 zu unseren Gunsten neigte. Bereits in der Vorwoche hatte sie uns im 5. Satz mit ihren mutigen Angriffsaktionen die Tür zum Sieg weit aufgestoßen.

 

Auf der Rückfahrt haderte Libera Sandra mit einem Dankeball, dessen Abwehr ihr zu nah ans Netz geraten und damit dafür verantwortlich war, dass der Statist ihr am Ende des Spieles keine 100 % Annahme- und Abwehreffizienz würde attestieren können. Das nenne ich zwar einen selbstkritischen Ansatz, unterstreicht aber doch eher ihre brutal gute Leistung in der Dresdner Sportarena. Und damit steht sie stellvertretend für eine gestern Abend absolut überzeugende Abwehrarbeit des gesamten Teams. Ich habe keinen Ball gesehen, der auf den Boden fiel, ohne dass sich jemand bemüht hätte, dies zu verhindern. Im Gegenteil: Antizipation, Kommunikation, Beweglichkeit, das waren die Garanten einer gestern überragenden Feldabwehr.

 

Anna, die auch im Vorfeld dieses Spieles wieder viele Stunden ihrer Freizeit zur Vorbereitung auf das Match geopfert hatte, so hatte ich mich beispielsweise mit beiden Zuspielerinnen am Dienstagabend zum Videostudium getroffen, durfte auf dem Feld nur kurz ran  - zu souverän zog Jenny gestern Abend ihre Kreise - , aber sie unterstützte ihr Team während der Begegnung gewohnt umtriebig mit vielerlei nützlichen Informationen, allesamt Ergebnisse ihrer Live-Spielbeobachtung.

 

 

Josi, Annas Schicksalsgenossin in Punkto Einsatzzeit im dritten Spiel der Rückrunde, sicherte mit ihrem Auftritt im 2. Satz Kathi wichtige Minuten zum Verschnaufen und kehrte damit auf ihre Position zurück, die sie in vielen Spielen der Hinrunde begleitet hatte und in den nächsten Begegnungen wieder besetzen wird. Personelle Engpässe lassen uns zudem darauf hoffen, dass sich die Muskelfaserzerrung bei Lisa nicht als langwierig herausstellt und sie uns schon am kommenden Samstag, wenn wir 20 Uhr die Lichtensteinerinnen in Engelsdorf erwarten, wieder zur Verfügung stehen wird.

 

Wir waren gestern Nachmittag schon etwas früher nach Dresden aufgebrochen, weil wir uns noch vor dem Spiel einige Videosequenzen unseres letzten Auftritts anschauen und aus den dort gemachten Fehlern lernen wollten. Dass dem Vorhaben so schnell solche Taten folgen würden, das war für mich beeindruckend. Das Ergebnis war eine der besten Saisonleistungen, wahrscheinlich sogar das Stärkste, was wir bisher angeboten haben. Wir können stolz darauf sein, dass uns dies gegen einen Gegner gelang, der ebenfalls einen guten Volleyball spielte, sodass es insgesamt eine Begegnung auf einem sehr, sehr ordentlichen Regionalliganiveau war. Unser „Edelfan" Chrissi, die, wenn sie nicht in der Sachsenliga selbst auf Punktejagd war, alle unsere Spiele vor Ort verfolgt hat, wird uns dies gewiss bestätigen.

 

Hoffen wir also darauf, dass uns in den kommenden Spielen eine Wiederholung des Gezeigten gelingen möge und dass am kommenden Samstag möglichst viele unserer Sympathisanten den Weg nach Engelsdorf finden und neben Chrissi Platz nehmen. Die Einladung dazu sei hiermit ausgesprochen.

 

Fotos: H.D. Koch (aus dem Hinspiel L-DSSV)

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Regio-Lok gewinnt Spiel gegen Gera nach 1:2-Satzrückstand

Autor: Jan Zangrando; Erstellt: 15. Januar 2012 07:02 ; zuletzt bearbeitet: 15. Januar 2012 07:06

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Die ersten Punkte in der Rückrunde holte sich unser Team im Heimspiel gegen Gera, das - schon fast traditionell gegen diesen Gegner - über die volle Distanz ging. Zwei Stunden nach dem Anpfiff machte Melli nach einer Steigerung der Mannschaft im 4. und 5. Durchgang den letzten und entscheidenden Punkt.

 

Eine überraschende Kunde aus der Stadt unseres Gegners eilte dem Spiel voraus. Überregional berichteten die Medien über einen für die Regionalliga eher ungewöhnlichen Coup der Thüringerinnen, die pünktlich zur Rückrunde einen namhaften Neuzugang aus den USA vermeldeten. Die 22-jährige gebürtige Texanerin Kaillee May gilt als „eine profilierte Spielerin in den Studenten-Ligen der Vereinigten Staaten" und „gewann mit einem achten Platz im USA-Ranking der High School Teams die Utah State Championship 2005. Im Folgejahr wurde sie Spielerin des Jahres in Washington D. C. und Virginia. May erreichte in ihren Spielzeiten jeweils die höchste Angriffsrate für das Team der Fordham University in New York, für das sie seit 2007 spielte" (www.gvc.volley.de).

 

Der Geraer Rückrundenauftakt gegen den Tabellendritten aus Meiningen, gleichzeitig Mays Premiere in Deutschland, hatte mit engen Satzergebnissen (27:29 im ersten und 25:20-Erfolg im zweiten Satz) aufhorchen lassen. Auch der TSV Leipzig, der am nächsten Samstag in Gera antreten muss, war neugierig geworden und schickte einen „Scout" nach Engelsdorf, der unser Spiel gegen Gera auf Zelluloid bannte.

 

Wir gingen also davon aus, dass wir uns einem - trotz seines Tabellenplatzes - neu motivierten und mental stabilisierten Gegner stellen mussten, der hier munter aufspielen wollte. Genau so kam es auch.

 

Die ersten Punkte gingen zwar an uns, aber als wir Probleme in der Annahme bekamen, zog Gera an uns vorbei (4:7). In dieser Phase verloren wir den Spielfaden, viele Aktionen waren jetzt von Nervosität und großen Ungenauigkeiten geprägt (7:14, 11:17). Erst zum Satzende fanden wir mit vereinten Kräften wieder zurück in die Begegnung, auch wenn es zu einem für uns glücklichen Ende nicht mehr reichte (23:25).

 

 

 

Als wir im 2. Satz einen Zwischenspurt vom 7:7 zum 12:7 einlegen konnten, kehrte für diesen Durchgang die Souveränität zurück, die wir nach den ersten Ballwechseln des Spieles verloren hatten. Sofort diktierten wir das Spielgeschehen, dominierten die Aktionen am Netz, die wir mit unserem stärksten Element am gestrigen Abend, dem Aufschlag, gut vorzubereiten wussten. Der klare Satzgewinn (25:17) war ein deutliches Zeichen unserer in diesem Durchgang spielerischen Überlegenheit.

 

Diese erhielten wir uns in den ersten Ballwechseln des 3. Abschnitts (11:7). Unkonzentriertheiten, vor allem in der Annahme, kosteten uns kurz darauf den sicheren Vorsprung. Gera glich aus und übernahm das Kommando in Person des in dieser Phase von uns nicht zu stellenden texanischen Neuzugangs (11:15). Dabei machten wir unsere Gäste allerdings auch immer wieder mit zahlreichen Unsicherheiten im Spielaufbau stark, sodass selbst bei den langen Ballwechseln meist aller Einsatz umsonst war, da Gera mit dem mentalen Plus im Rücken letztlich die Punkte machte. Als sie den Fünfundzwanzigsten erzielten, stand bei uns gerade einmal die 17.

 

In der Satzpause gab es nur ein Thema: Hier müssen heute noch 2 Sätze gespielt werden. Der Schlüssel zum Erfolg sollte der Aufschlag sein, mit dem die Mannschaft an diesem Abend bereits über weite Phasen taktisch klug gearbeitet hatte. May, die sich in der Annahme stark gesteigert hatte, und die ohnehin sicher agierende Geraer Libera sollten gemieden, und dafür die dritte Spielerin im Annahmeriegel müde gearbeitet werden. Diese Taktik erwies sich - auch mit Blick auf den später gespielten Tie-break - als goldrichtig, zumal viele derer, die sich zum Service begeben sollten, diese Idee auch in die Tat umzusetzen wussten. Dazu kam die mannschaftliche Geschlossenheit, die in den beiden letzten Sätzen dazu beitrug, dass wir auch über einen verbesserten K2 punkteten. Den vierten Durchgang spielten wir so von vorn, ließen uns auch nicht aus der Ruhe bringen, als Gera noch einmal auf 12:14 verkürzte und gewannen am Ende deutlich 25:15.

 

 

 

Die Blockgemeinschaft Tani/Kati und Service-Frau Lisa sorgten für einen ordentlichen Start in den letzten Satz (2:0). Dann stand zunächst Geras Block (2:1), bevor Lisa per Netzroller zum 3:1 einschenkte. Nun punktete Gera doppelt: May zum 3:2 und ein Aufschlagass zum Ausgleich. Nachdem Mellis folgender Angriff vom Geraer Block gekontert werden konnte, war er dann machtlos, als sie gleich nach dem Sicherungsball wieder zuschlug (4:3). Dem Ausgleich (May) der Gäste folgte der erste von zwei Geraer Aufschlagfehlern im 5. Satz. Den nächsten annahmebedingten Notpass konnte die gute texanische Gästeangreiferin nicht verwandeln. Jenny/Sylvia hatten ihren Block gut postiert (6:4). Den folgenden May-Angriff blockte Sylvia so, dass Jenny den Ball zur 7:4-Führung auf dem gegnerischen Feld unterbringen konnte. Der Geraer Auszeit folgte der erste unserer beiden Aufschlagfehler im Tie-Break. Lisa stellte allerdings per Netzroller den 3-Punkte-Vorsprung wieder her, den Sylvia mit einem Aufschlagass auf 9:5 ausbaute. Nachdem der Ball bei unserer nächsten Abwehraktion die Trennwand touchiert hatte, war es dann Tani vorbehalten, den alten Vorsprung wieder herzustellen (10:6). Kaillee May verkürzte aus dem Hinterfeld, bevor sich Tani/Lisa im Block als unüberwindbar zeigten. Nachdem unser Aufschlag ins Aus gesegelt war und auch der nächste Angriff nicht gepunktet hatte, war Gera bis auf 2 Punkte dran (11:9). Trotz schlechter Annahme und einem Zuspiel aus dem Hinterfeld fand Melli in dieser schwierigen Situation mutig den Geraer Außenblockspieler, den sie zum 12:9 anschlug. Auch ihr nächster Angriff wurde vom Geraer Außenblock touchiert. Diese Berührung war allerdings dem 2. Schiedsrichter entgangen, der auf Ausball und damit den 10. Punkt des Gegners entschied. Der zweite Geraer Aufschlagfehler und Jenny, die deren beste Angreiferin blockte, brachten uns den ersten Matchball (14:10). Nachdem die beiden nächsten Angriffe ihr Ziel nicht gefunden hatten, war es dann erneut Melli, deren Diagonalschlag vom Gegner nur ins Aus abgewehrt werden konnte (15:12).

 

Erleichtert, das Spiel noch einmal gedreht und die Siegpunkte für die Tabelle eingefahren zu haben, beginnen wir nun die Vorbereitungen auf das Spiel gegen den Dresdner SSV, der gestern Abend den Tabellendritten aus Meiningen geschlagen hat und uns am kommenden Samstag als Gastgeber erwarten wird. Dass wir dort ein paar Schippen drauflegen müssen, wissen wir. Nicht nur mit Blick auf das Gera-Spiel, sondern auch auf das Hinspiel vom Oktober, das wir nur knapp in fünf Sätzen (-25, 8, -23, 25, 7) gewinnen konnten.

 

Foto: H.D. Koch

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Auch Engelsdorf kann Erfurt nicht besiegen

Autor: Jan Zangrando; Erstellt: 8. Januar 2012 07:45 ; zuletzt bearbeitet: 8. Januar 2012 07:50

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Zum erwartet schweren Rückrundenauftakt konnten wir trotz eines phasenweise ordentlichen Auftritts gegen den Ligaprimus aus Erfurt am Ende nichts Zählbares (18:25,20:25,20:25) mit nach Hause nehmen.

 

Selbstbewusst und hochkonzentriert demonstrierte der Tabellenführer dabei, warum er in dieser Saison noch ungeschlagen und mit gerade einmal zwei Satzverlusten das Ranking anführt und ließ keinen Zweifel daran, dass man auch Ende März den Platz an der Sonne innehaben wolle. Dabei erwies sich der Aufschlag als deren stärkste Waffe, die in den ersten beiden Sätzen für beruhigende Vorsprünge gesorgt und in den engen Spielphasen des dritten Abschnitts gepunktet hatte. Aber auch wir wussten uns immer dann gut in Szene zu setzen, wenn wir über unseren Service den Druck auf die Erfurterinnen erhöhen konnten.

 

Satzentscheidend im ersten Abschnitt war, nachdem wir den anfänglichen Rückstand (3:6) egalisiert hatten und selbst in Führung (7:6) gegangen waren, dass wir anschließend nach vergebenen Angriffschancen zunehmend in die Defensive gerieten. Bis zur ersten Auszeit (7:10) gelang es trotz guter Annahme und engagierter Abwehrarbeit nicht, uns dafür mit dem erfolgreichen Finalball zu belohnen. Nach der Auszeit wackelte dann die Annahme, sodass Erfurt beim 14:7 eine Satzvorentscheidung erzwingen konnte. Im Anschluss daran wurde der Satz auf Augenhöhe weitergespielt, auffällig dabei war unsere im Vergleich zu den letzten Begegnungen der Hinrunde deutlich verbesserte Präsenz und Dynamik auf dem Spielfeld.

 

Der Beginn des nächsten Satzes wurde von den Blockreihen auf beiden Seiten geprägt. Während wir uns dagegen anfänglich (und verstärkt auch wieder am Satzende) mit erfolgreichen Angriffen über die Mitte zur Wehr setzten, warfen die Erfurterinnen ein ums andere Mal ihre körperliche und physische Überlegenheit über die Außenpositionen in den Ring. Und da wir auch immer mal wieder mit dem gegnerischen Aufschlag ein Problem bekamen, baute der designierte Meister seinen Vorsprung kontinuierlich aus. Und dennoch hatten auch wir unseren Anteil an einem phasenweise sehr ordentlichen Regionalligaspiel. Auch wenn wir noch nicht immer die Früchte unseres jetzt variabler vorgetragenen Angriffsspieles ernten konnten, sind wir damit auf alle Fälle auf dem richtigen Weg. Und wenn es uns gelingen sollte, die Voraussetzungen dafür zu verbessern, dass beispielsweise beide Mittelblocker noch besser in Szene gesetzt werden können, dann werden auch die Satzverläufe andere sein. Schon in diesem 2. Abschnitt überzeugten beide Netzspielerinnen im Angriff (Tani 5 Punkte / Sylvi 2) und Aufschlag (Tani 3 /Sylvi 2 Asse).

 

Auch wenn wir im 3. Durchgang nur beim 1:0 führten, waren wir aber insgesamt einem Satzerfolg näher als in den beiden Sätzen zuvor. Dieser Abschnitt war lange Zeit ausgeglichen und stand beim 19:19 noch auf des Messers Schneide. Nach einem sehenswerten Ballwechsel mit tollen Abwehraktionen von Jenny und Mini, einem Netzduell, dem sich Melli erfolgreich stellte, und einem Hinterfeldangriffsversuch war es dann die Erfurter Zuspielerin, die unseren Block narrte und ihrer Hauptangreiferin einen widerstandslosen Angriffsschlag zum 20:19 ermöglichte. Dass uns danach ein Aufstellungsfehler unterlief, war ärgerlich, bedeutete er doch eine 2-Punkte-Führung Erfurts. Als wir unseren nächsten Angriff ins Aus gesetzt hatten (19:22), galt unsere Hoffnung der Auszeit, die auch prompt den Aufschlagfehler des Gegners nach sich zog (20:22). Leider gewann Erfurt dann den folgenden langen Ballwechsel (20:23) und setzte selbstbewusst den nächsten Nadelstich mit einem schwer zu kontrollierenden Aufschlag. Dieser setzte unseren Angriff stark unter Druck, der sich diesem zwar mutig, aber letztlich erfolglos stellte. Der letzte Punkt im Spiel gelang dem Erfurter Dreierblock, der damit den verdienten Erfolg der Gastgeberinnen perfekt machte.

 

Mit unserer ersten Auswärtsniederlage in dieser Saison haben wir zwar weitere Punkte im Kampf um einen der ersten vier Tabellenplätze eingebüßt, uns aber in Erfurt keinesfalls unter Wert geschlagen gegeben. Wir haben uns hier athletisch verbessert und emotional stabil vorgestellt. Es waren eine Reihe guter Ansätze zu beobachten, die es nun in den Trainingseinheiten der kommenden Wochen auszubauen gilt, um die nächsten Spiele dann zu gewinnen. Am kommenden Samstag erwarten wir ab 20 Uhr in Engelsdorf den VC Gera und hoffentlich viele unserer Sympathisanten.

 

Foto: H.D. Koch

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