Autor: Jan Zangrando; Erstellt: 21. März 2010 19:44
Da ist uns schon ein Stein vom Herzen gefallen, als bereits vor dem letzten Heimspieltag klar war, dass wir den Klassenerhalt geschafft hatten. Ein Saisonfinale gegen den Erst- und Zweitplatzierten, das unter allen Umständen hätte gewonnen werden müssen, um in der Sachsenklasse zu bleiben, hätte sicherlich seinen eigenen Charme gehabt. Aber möglicherweise - wahrscheinlich sogar - wäre das dann für uns nicht gut ausgegangen.
Mit der Niederlage der Reichenbacher im Nachholespiel der letzten Woche war den Zschopauern die Meisterschaft nicht mehr zu nehmen und so reiste der Meister an, um sich im Spiel gegen uns auf das Sachsenpokalfinale im April vorzubereiten. Gäste-Trainer Pfeifer setzte deshalb vor allem auf Akteure, deren Spielanteile in den bisherigen Meisterschaftsspielen wohl nicht ganz so groß waren. Für uns, wieder einmal ohne Schmidti und Kosta auflaufend, ergab sich damit die Chance, das Spiel auf Augenhöhe zu bestreiten.
Den knappen 25:22-Auftakterfolg konnten wir beim 25:18 ausgleichen. Auch bei uns sollte jeder seinen Einsatz erhalten, sodass im 3. Durchgang neun der zehn Engelsdorfer auf dem Parkett standen. In der Mitte des Satzes übernahmen unsere Gäste das Kommando, ohne es in diesem Abschnitt noch einmal aus der Hand zu geben (25:18).
Der Satzausgleich wäre schon möglich gewesen. Wir hatten nach der Satzpause zurück ins Spiel gefunden, hatten als Erster den 18. Punkt gemacht (Irgendeine Statistik wies einmal aus, dass die Mannschaft, der dies gelänge, den Satz meistens auch gewinnen würde!), führten schon 19:16 und verschenkten den möglichen 5. Satz letztlich doch ziemlich kläglich (21:25).
Den Zschopauern unseren herzlichen Glückwunsch zur verdienten Meisterschaft! Mögen Sie in der kommenden Sachsenliga-Saison an die Erfolge der letzten beiden („Durchmarsch"-) Jahre anknüpfen!
Den Reichenbachern galt nun unsere gesamte Konzentration. Ein Sieg zum Saison-Halali wäre eine schöne Sache. Ein wenig hofften wir beim Gegner nach dessen verpassten letzten Titelchance auf ein kleines psychisches Tief. Doch diesen Gefallen taten uns die Gäste nicht und so entwickelte sich von Beginn an ein enges Match, in dem unsere Zuspieler die Reichenbacher immer wieder mit mutigen Pässen für Mittelblocker und Diagonalspieler überraschten.
Am Ende sollten wir mit 102:101 einen einzigen Punkt mehr auf unserem Konto haben als unsere Gäste.
Es war ein gutes Spiel beider Mannschaften, das unter der strengen Aufsicht eines auf sauberer Ausführung der Grundtechniken achtenden ersten Schiedsrichters stand. Bloß gut, dass die Meisterschaftsentscheidung schon gefallen war und deshalb auch die Reichenbacher ziemlich souverän mit mancher (meistens aber regelkonformen) Entscheidung des Mannes in Weiß umgehen konnten!
Aber zurück zum Spiel: Satz 1 (25:21) und 3 (25:17) gingen an uns, die beiden anderen zu 20 und zu 17 an das Schneider-Team. Wir hatten dabei zwei verletzungsbedingte Ausfälle zu kompensieren und mit schwindenden Kräften zu kämpfen.
Schlimmer Start dann in den Tie-Break (0:3) - beim 7:8-Seitenwechsel war wieder alles offen - 3 Punkte in Folge - Reichenbach kommt ran - Ivo mit tollen Aufschlägen zum 14:12 - Auszeit einen gegnerischen Punkt später - nach dem 15:13 brechen bei uns alle Dämme - Reichenbacher zunächst frustriert - nach Anruf aus Auerbach Stimmungsumschlag - Reichenbacher profitieren von Chemnitzer Niederlage und bleiben mit einem Satz Vorsprung Tabellenzweiter - Bier und Wodka fließen nun beim Gegner in Strömen.
Wir feiern auch - mit Mineralwasser.
Mit 18:14 Punkten belegen wir in der Schlusstabelle einen souveränen 5. Platz, haben 4 Punkte Rückstand zum Vierten und 4 Punkte Vorsprung gegenüber dem Fünften. Dies alles stimmt versöhnlich.
Die letzten Hallen-Events der Saison bestreiten nur noch die Senioren unseres Teams. Die Regionalmeisterschaften der Ü41 steigen am kommenden Sonntag in Eisenach und die der Ü35 am 11.April in Krostitz.
Danach rufen die Mumien-Cups für die alten und die hochklassigen Sandturniere für die jüngeren Beacher. Volleyballer ballern halt das ganze Jahr.
