Autor: Jan Zangrando; Erstellt: 11. April 2010 17:26 ; zuletzt bearbeitet: 11. April 2010 21:16
Dieses war der vierte Streich - und der fünfte muss uns am 25. April gelingen.
Zum vierten Mal starteten wir in dieser Saison als Seniorenteam bei Meisterschaften und zum vierten Mal wurden wir am Turnierende zum Vizemeister gekürt.
Die sächsische Vizemeisterschaft der über 35-Jährigen verschaffte uns den heutigen Start bei den Regionalmeisterschaften, dem wir mit geringen Erfolgsaussichten entgegensahen. Keiner unserer etatmäßigen Zuspieler stand zur Verfügung, sodass Ralf dankenswerterweise diese wichtige Position spielte. Da auch der Außenangriff unterbesetzt war, wurden Hobbyligist Lutz F. und Uwe, mit 50 Lenzen unser „Nestor", zwangsverpflichtet. So reisten wir zu acht zum Sachsenmeister nach Krostitz, um uns von denen und dem Thüringer Champion verhauen zu lassen.
Im Auftaktspiel standen uns die regionalligaerfahrenen Nordhausener gegenüber, die uns schon beim Einschlagen das Fürchten lehren wollten. Unsere Aufstellung unterschied sich deutlich im Vergleich zu allen anderen Volleyballereignissen diesen Jahres geringerer oder auch größerer Bedeutung. Volker war auf die Außenposition gewechselt, Ralf versuchte sich - wie gesagt - im Zuspiel, Uwe stand als Mittelblocker im Stamm und ich hatte eben diese Position mit der des Diagonalangreifers getauscht. Lutz P. und Gunter waren die einzigen, die ihre Positionen schon aus vergangenem Volleyballern kannten. Nun ja: Wir hatten Spaß und der Gegner zunächst die Punkte. Beim 8:14 schien der Satz gegessen. Was sich aber danach bis zum 18:19 ereignen sollte, ließ selbst die Zuschauer, die sich unserer behäbigen Liga-Zeiten zu erinnern wussten, ungläubig die Augen reiben. Mit einem Super-Service sorgten wir für Bewegung auf der Gegenseite. Mit Super-Blockaktionen ließen wir die Thüringer Angreifer verzweifeln. Mit Super-Angriffen zeigten wir die gesamte Variabilität dieses technischen Elements. Aber alles das wurde durch unsere Super-Abwehrarbeit noch in den Schatten gestellt. Kein langer Ballwechsel - und davon gab es einige - ging verloren. Da waren Hände an den Bällen, die in den Ligaspielen nie gesehen wurden. Da traf man auf unserer Seite Leiber oder Körperteile auf dem Boden wieder, die sich in den Ligabegegnungen niemals in diese unteren Feldregionen bewegt hatten. Das Ganze muss sicherlich bei den einen als Folge der intensiven Trainingswoche und bei den anderen als Folge der intensiven Trainingspause gesehen werden. Aber egal, es war großartig, wie wir den 21:24-Rückstand in den 26:24-Satzerfolg umgewandelt haben.
Im zweiten Satz wollten die Nordhausener dann mehr. Mehr von unserem Top-Spiel. Und das bekamen sie. 4:0 - 9:4 - 12:7 - 16:10. Dann kam unsere Schwächephase, als wir auch die Mitte am Spiel beteiligen wollten und der Gegner bis auf 18:21 verkürzte. Aber das Wanken vor dem großen Finale war nur kurz und der Jubel nach dem 25:19-Satz- und Spielerfolg viel, viel größer.
Freude- (aber noch nicht be-)trunken trafen wir im nächsten Spiel auf den gastgebenden Sachsenmeister. Der hatte natürlich unsere Leistungsexplosion im Vergleich zum Landesfinale registriert und wartete mit allem auf, was in der Volleyballhochburg Krostitz Rang und Namen hat. Mit dem Heimvorteil und einer brachial auf Pauken einschlagenden und die eigenen Mannen permanent anfeuernden Fangemeinde im Rücken ließ der Sachsenligist gegen uns nichts anbrennen. Wir spielten nicht ganz so gut wie noch im ersten Tagesmatch, aber deutlich besser als seiner Zeit im Kampf um die sächsische Senioren-Krone. Schnelle 6:1-Führungen der Krostitzer konnten wir zwar in beiden Durchgängen egalisieren, aber immer wenn es brenzlig wurde, fand der gastgebende Zuspieler mit dem bundesligaerfahrenen Andre Quasdorf einen alle anderen überragenden Angreifer.
Mit dem 18:25 und 20:25 war der Drops (etwas zu) schnell zugunsten der späteren Berlin-Fahrer gelutscht, denn auch das Duell gegen den Thüringenmeister gewannen die Krostitzer 2:0.
So wurden sie vom Publikum und den Geschlagenen völlig zu Recht als Regionalmeister gefeiert und hatten sich damit direkt für die Deutschen Meisterschaften in Berlin qualifiziert.
Wir verzichteten als Vizemeister auf die Teilnahme an einem weiteren Qualifikationsturnier (25.4.) und überließen diesen Platz den Nordhausenern, da wir uns bereits bei den Senioren Ü 41 als Regionalvize für einen solchen Ausscheid qualifiziert hatten.
Für uns geht es also am 25.4. im fast 500 Kilometer entfernt gelegenen Ransbach-Baumbach darum, einen weiteren - dann den fünften - zweiten Platz zu erringen. Dieser würde uns die erstmalige Teilnahme an einer Deutschen Meisterschaft ermöglichen. Neben den Gastgebern, die es schon zur deutschen Vizemeisterschaft gebracht haben, warten der SV Schwaig und die TSG Rohrbach auf uns - allesamt Hammerteams.
Heute spielten Lutz F., Lutz P., Volker, Ralf, Uwe, Gunter und Jan. Es betreute uns Thomas, dem wir baldige Genesung wünschen.
